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Hochschullehrerbund | |||||||||||
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Auf Einladung der hlb-Landesverbände Berlin und Brandenburg trafen sich am 21. April 2004 Experten aus Wissenschaftsadministration und Hochschulen an der TFH Berlin.
Podium bei der Abschlussveranstaltung |
Die Fachhochschulen können mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft blicken, so das Ergebnis der Diskussionen in den Arbeitskreisen Wirtschaft, Informatik und Ingenieurwissenschaften, das die Professoren Feilhauer, Hannemann und Schmidt-Gönner dem Plenum präsentierten. Sie vertraten die Auffassung, dass es den Fachhochschulen leichter als den Universitäten fallen werde, Bachelor-Studiengänge einzuführen. Daneben müsse der Bereich der Masterstudiengänge ausgebaut werden. Immerhin seien neben anwendungsorientierten auch bereits drei forschungsorientierte Masterstudiengänge an Fachhochschulen akkreditiert worden, und zwar mit Zustimmung der universitären Mitglieder der Akkreditierungsagenturen.
Besondere Bedeutung wird in Zukunft die Kommunikation mit den Unternehmen gewinnen. Diese müssen von der Qualität der Bachelorabsolventen überzeugt werden. Es ist eine Aufgabe der Hochschulen, die besonderen Qualitäten der neuen Absolventen herauszuarbeiten. Die Unternehmen müssen ebenso davon überzeugt werden, dass kürzere Praxisphasen einen Sinn machen können, wenn sie verstärkt betreut werden und aufeinander aufbauen. Eine Bachelorarbeit, deren Bearbeitungszeit im Vergleich zur Diplomarbeit verkürzt ist, kann dann einen Sinn machen, wenn sie durch Praxisphasen im Unternehmen vorbereitet wurde. Frau Leopold vom brandenburgischen Wissenschaftsministerium legte den Fachhochschulen die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Ausgestaltung von Praxisphasen nahe. Er hatte empfohlen, statt der praktischen Studiensemester Projektstudien und Praxisprojekte auszubauen.
Zuschauer |
Es ist ein sehr enges Korsett, in dem sich die Hochschulen bewegen. Wolfgang Körner beschrieb als Mitglied einer KMK-Arbeitsgruppe deren Strukturvorgaben. Danach biete nur das 6+4 Modell (6 Sem. Bachelor, 4 Sem. Master) die Promotionsfähigkeit der Masterabsolventen von Fachhochschulen. Dabei dürfe es keinen automatischen Übergang zum Master geben. Mindestens die Hälfte der Studierenden müsse die Hochschule mit einem Bachelor verlassen. Die Bachelorphase erfordere auch eine bessere Betreuung und damit im Vergleich zur Masterphase einen höheren Lehrbedarf als das Verhältnis 6:4 nahe legt, denn, so brachte es Herr Körner auf den Punkt, "die Gesellschaft will Absolventen und nicht "Materialverbrauch" sehen". Die ECTS Vorgaben erwarten darüber hinaus eine Normalverteilung der Abschlussnoten. Der Notenspiegel wird veröffentlicht. So werden Fachbereiche, die hauptsächlich gute oder nur schlechte Noten vergeben, herausgefiltert.
Trotz der Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz bleibt Spielraum. So favorisieren z. B. die südlichen Bundesländer eher das 7+3 Modell. Eckpunkte setzen zurzeit die Akkreditierungsagenturen. Willi Fuchs nannte als Vorsitzender des Vorstands der ASIIN für Bachelorstudiengänge Praxisphasen und eine Abschlussarbeit, die insgesamt jeweils 3 Monate nicht unterschreiten sollten. Darüber hinaus muss die Weiterbildung des Lehrpersonals ebenso wie die Betreuung der Studierenden sichergestellt sein. Eine Herausforderung ergibt sich nun mit dem Spannungsdreieck aus einer Reduzierung der Kontaktstunden in der Lehre als Folge der kostenneutralen Umstellung auf das Bachelor-Master-System, der Anforderung nach unverändert guter Betreuung der Studierenden und der konstanten Lehrlast von 18 SWS an Fachhochschulen.
Die Fachhochschulen wurden in der Vergangenheit von der Politik oft genug enttäuscht. Die häufig anzutreffende Skepsis gegenüber den neuen internationalen Abschlüssen ist daher begründet, auch vor dem Hintergrund einer politischen Diskussion, die sich mehr mit Elitebildung denn mit dem Niveau der Breitenausbildung beschäftigt. Die Tagung zeigte, dass der Bologna-Prozess den Fachhochschulen Chancen bietet, die aber nur mit viel Mühe und intensiver Kommunikation genutzt werden können.
Prof. Dr. Angela Schwenk
[Mitgliedsantrag] [Impressum] Letzte Änderung am 27.01.2011 von Angela Schwenk